
In persönlichen Worten berichtet die Württemberger Weinkönigin Juliane Nägele über ihre zahlreichen Erlebnisse:
1.3.2010
Für Sandra und mich waren es ereignisreiche Tage. Fortbildung stand in unserem Kalender. Unsere eigene Persönlichkeit stand im Mittelpunkt. Das Programm in der Weinstadt Lauffen hatte der Weinbauverband Württemberg mit Rose Meyer, der Leiter der dortigen Außenstelle der Volkshochschule Unterland, für uns zusammengestellt. Im LernHaus Lauffen trainieren wir unter Anleitung von Schauspieler Denis Fink Körpersprache. Die richtige Bewegung vor den Augen von tausend Leuten will geübt sein.
Höchste Konzentration ist bei vielen Rollenspielen gefragt. Das Seminar geht im Trauzimmer des Rathauses weiter. Bin ich eine Frühjahrs-, Sommer-, Herbst- oder Wintertyp? Das ist die Frage beim Blick in den unbestechlichen Spiegel und auf die Vielzahl um den Hals geschlungener bunter Tücher. Dozentin Sabine Bay weiß: „Das richtige Outfit stärkt unsere Sicherheit beim Auftreten.“ Form und Farbe des Gesichts, der Schnitt des Blazers, der richtige Kragen an der Bluse, die Länge des Rocks, der Sitz des Gürtels, die Form der Schuhe – vieles wird auch nach den Körperform-Kategorien A, H, X und V analysiert und diskutiert. „Dabei steht das eigene Wohlbefinden im Vordergrund", sagt Bay: „Man kann nicht sicher und selbstbewusst auftreten, wenn man sich nicht wohlfühlt."
Praktisch wird es für uns beim Essen bei Gastronom Kristian Dankel im historischen Gasthaus „Weinstube Sonne“ in Lauffen. Bei Fisch oder Salat mit Putenstreifen üben wir das korrekte Verhalten in einer Tischgesellschaft. Der Weinbauverband Württemberg schult uns für die circa 150 Auftritte im Jahr auf verschiedene Weise: Die Themen Aromen und Sensorik gehören ebenso dazu wie die Teilnahmen an Verkostungstagen für die Landesweinprämierung. Immerhin müssen wir Weinseminare wie kürzlich vor Gastronomie-Azubis oder bei den Baden-Württemberg Classics 2010 in Duisburg (6. und 7.3.), Leipzig (17. und 18.4.), München (23. und 24.10.) und Berlin (13. und 14.11.) halten.

Farb- und Stilberatung für. Sabine Bay gibt uns wertvolle Tipps.

Beim Konzentrationsübungen mit Denis Fink haben wir viel Spass.
11.2.2010
Zusammen mit Sandra habe ich Auszubildenden des Gastronomiegewerbes Informationen über unsere Württemberger Weinsorten, die Bedeutung von Etiketten und das richtige Verkosten von Wein geben können. Eine aufgeweckte Gruppe, die viele Fragen stellte.

5.2.2010
Eine informative Rundfahrt zu Mitgliedsbetrieben der Württemberger Weingüter e.V. führte Sandra Weber und mich am 5. Februar 2010 zu sieben privaten Weingärtnern. Auftakt war ein Sektempfang im Weingut Herzog von Württemberg in Monrepos, zu dem auch Herzog Michael und Marketing-Leiterin Claudia Krügele gekommen waren. Firmen- und Wein-Philosophien lernte ich in Begleitung von Peter Albrecht und Martin Notz auch in den Betrieben Weingut St. Annagärten in Beilstein, Gruber in Eschenau, Heinrich in Sülzbach, Laicher in Willsbach und Berthold in Neckarsulm kennen. Ausklang war beim Vesper im Weingut Albrecht-Kiessling in Heilbronn.

Herzog Michael, Peter Albrecht, Sandra Weber und ich im Weingut Herzog von Württemberg in Monrepos

Sandra Weber und ich in Beilstein mit Juniorchef Marcel Wiedenmann vom Weingut St. Annagarten sowie (hinten von rechts) Martin Notz, Peter Albrecht, Claudia Krügele und Weinbauverbands-Präsident Hermann Hohl
30.1.2010
Ein besonderes Erlebnis war das Riesling Rendezvous im Mannheimer Schloss. Eine Messe nur mit Riesling aus der Pfalz, Franken, Baden und Württemberg. Sehr interessant war zu schmecken, wie unterschiedlich eine Weinsorte aus verschiedenen Weinanbaugebieten schmeckt.
15.-20.1.2010
Gleich zu Beginn des neuen Jahres ging es nach Berlin zur Grünen Woche. Ich durfte eine Woche am Baden-Württemberg -Stand die Württemberger Weine ausschenken. Zusammen mit der badischen Weinprinzessin Michaela Baldinger hatten ich eine tolle Woche, gefüllt mit tollen Gesprächen, leckeren Weinen, super Essen, einem tollen Standteam, dem Landjugendball, vielen Foto- und Autogrammwünschen…- einfach eine rundum super Woche. Einzig meine Füße haben sich wieder auf zuhause und damit bequeme Schuhe gefreut.
14.-16.12.2009
Mitte Dezember bekamen wir Besuch von Sonja Christ, der deutschen Weinkönigin. Drei Tage hatten wir Zeit, Sonja unser schönes Weinanbaugebiet ein bisschen näher zu bringen. Wir hatten einen Marathon an Terminen zu bewältigen, haben leckere Weine getrunken und verschiedene Genossenschaften wie die WZG in Möglingen und die Felsengartenkellerei Besigheim besucht aber auch kleinere Weingüter wie zum Beispiel das Weingut Notz in Hohenhaslach oder das Weingut Wachtstetter in Pfaffenhofen, um hier nur einige zu nennen. Einer unserer Termine hatten wir in der LVWO in Weinsberg. Es war der Wunsch von Sonja, diese zu besichtigen und auch ich war noch nie dort gewesen. Es waren drei interessante Tage, da nicht nur Sonja, sondern auch ich mein Weinanbaugebiet besser kennen gelernt habe.

12.12.2009
Beim Weinquiz der Tageszeitung der Heilbronner Stimme lernten wir im Rahmen einer Rundfahrt interessante Betriebe wie das Weingut Fürst Hohenlohe-Oerhingen in Verrenberg kennen, das mit einem innovativen Ansatz erstellt wurde. Beim Abschluss im Weingut Seyffer in Weinsberg durfte ich den Hauptgewinner auslosen.

12. - 15.11.2009
Schon in meiner ersten Amtswoche hatte ich einen meiner größten Auftritte zu bewältigen: ein Grußwort vor ca. 1000 Weinfachleuten bei der Landesprämierung für Wein und Sekt in der Harmonie in Heilbronn. Vor mir sprachen Staatssekretärin Friedlinde Gurr-Hirsch und Heilbronns Oberbürgermeister Helmut Himmelsbach.

Ich war ziemlich nervös und wirklich froh und erleichtert, als es vorbei war. Nun konnte ich die große Weinprobe voll und ganz genießen.
Noch ein Höhepunkt an diesem Donnerstag war, dass Sandra und ich unsere Autogrammkarten bekamen und gleich auch einige signieren durften.
Große Freude bereiteten mir die Felsengartenkellerei und die Gemeinde Hessigheim am Freitagabend mit einem Empfang.
Ca. 200 Leute waren gekommen, dazu der Musikverein Hessigheim, die Alphornbläser und die Winzertanzgruppe. Ich durfte so viele Glückwünsche entgegennehmen, das war echt überwältigend. Ich kam gar nicht mehr hinterher mit Autogrammen schreiben, Bilder machen und Hände schütteln. Es war ein toller Abend und ich freue mich riesig, dass Hessigheim so stolz ist.

Am Samstag durfte ich auf der gleichen Bühne in der Heilbronner Harmonie, aber vor etwas weniger Publikum, den Weingipfel eröffnen. Außerdem wurden die Top Ten Weine gekürt. Diese durften wir, Sandra und ich, mit der anwesenden Prominenz anschließend verkosten. Allerdings hatten wir leichte Probleme, mit deren Tempo mitzukommen und so war es unausweichlich, einige Weine auszulassen.

Weiter ging es bei den Genossenschaften und Weingütern, die am Weingipfel teilnahmen. Sonntagabends durfte ich dann endlich das lang ersehnte Königinnengefährt, die A-Klasse von Mercedes, mit nach Hause nehmen. Es war ein tolles Wochenende.

6.- 8.11.2009
Mein erstes Wochenende als Württembergische Weinkönigin ist um. Noch kann ich es immer noch nicht ganz fassen, was da am Freitagabend passiert ist. Es ging alles so wahnsinnig schnell vorbei und plötzlich hatte ich auch schon die Krone auf.
Von einer Minute auf die andere interessierten sich Fernsehen, Radio und Presse für mich, unglaublich.
Meinen ersten offiziellen Termin hatte ich gleich am Samstagmorgen in Brackenheim zum alljährlichen Fassanstich des neuen Weines. Ich wurde sehr herzlich aufgenommen. Mein erstes kurzes Grußwort als Weinkönigin war sehr kurz, wurde aber doch positiv bewertet. Noch eine Premiere gab es an diesem Morgen: Ich durfte das erste Mal ein Fass anstechen. Ich hatte schon Angst davor, aber es klappte alles wunderbar und so konnten wir den Rivaner 2009 gleich kosten.
Am Sonntagmorgen ging es weiter nach Heilbronn zum Fotoshooting für die Autogrammkarten. Weinprinzessin Sandra und ich durften so ein professionelles Shooting das erste Mal miterleben und wir waren uns hinterher einig, dass es zwar Spaß gemacht hatte, wir aber in unseren Berufen sehr viel glücklicher sind.

Abends ging es weiter nach Gellmersbach zum Weindorf. Ich hatte noch nie Gellmersbacher Weine getrunken. Das sollte sich als wirkliche Wissenslücke herausstellen. Ich durfte wunderbare Weine verkosten und erlebte einen schönen und geselligen Abend.