
Er ist ganz anders, als man sich einen Präsidenten der Polizei vorstellt. Konrad Jelden, der oberste Chef des Landespolizeidirektion Stuttgart, ist ein leidenschaftlicher Weinfan, der selbst immer wieder Veranstaltungen inszeniert.

Der oberste Dienstherr von 5500 Beschäftigten in Nordwürttemberg wurde am 3. Oktober 1945 in Vaihingen an der Enz geboren. Er studierte Rechtswissenschaften und avancierte 1980 zum Leiter der Abteilung Recht und Verwaltung beim Landeskriminalamt Stuttgart. Von 1991 bis 1995 war er bereits stellvertretender Präsident der Landespolizeidirektion Stuttgart, ehe er im Juli 1995 zum Präsidenten ernannt wurde. Hier ist er zuständigvon Wertheim bis Böblingen und von Geislingen bis kurz vor Pforzheim. Jelden lebt in Waiblingen. Nebenbei ist er noch Vorsitzender des Ebnisee-Vereins und setzt hier touristische Akzente im Schwäbischen Wald.
Jeldens Beziehung zum Wein ist eng, doch nicht ohne die nötige Distanz. Er vertritt die Auffassung „Promille verwirrt die Pupille" und lehnt Alkohol, inklusive Wein, am Steuer ab: „Wer trinkt, fährt nicht. Wer fährt, trinkt nicht. Wenn ich etwas getrunken habe, bin ich nur mehr souveräner Beifahrer. Im Alter bis zu 25 Jahren sollten Null Promille gelten." Derartige Appelle fallen in Württemberg offenbar auf fruchtbaren Boden. „Die Zahl der Verkehrsunfälle unter Alkoholeinfluss ist in meinem Wirkungsbereich in den letzten Jahren deutlich zurückgegangen." Er führt es unter anderem auf die Vernunft der Genießer zurück, die auch bei Weinfesten viel über Aromen und Geschmack diskutieren und nicht einfach ein Glas nach dem anderen leeren. „Unsere Leute schikanieren nicht, sondern suchen in kritischen Fällen das Gespräch. In unserem ländlichen Bereich ist Kommunikation sehr wichtig."
Die harte Arbeit der Wengerter hat er selbst als Lesehelfer kennenngelernt. Jelden lässt keine Gelegenheit aus, wenn irgendwo interessante Gewächse vorgestellt werden.